Das Maß eines Fußes


Essays
Originatitel: Vidden av en fot
Übersetzt von Paul Berf
München: Carl Hanser Verlag, 2008,
368 Seiten mit zahlreichen Abbildungen
ISBN: 3-446-23056-4




„Es ist eine stille, es ist eine stilvolle Freude, schmunzelnd den spielerischen Aris Fioretos zu lesen, der nun endlich viele seiner besten Texte in einem wunderschönen Buch mit dem Titel Das Maß eines Fußes gebündelt hat. . . . Es scheint alles ein Abenteuer zu sein für den neugierigen Fioretos, der sich offenbar nie entscheiden kann, ob er nun Kritiker oder Schriftsteller sein soll. Er schreibt gänzlich distanzlos über die Entdeckung des vorbehaltlosen Genusses an der Lektüre, und wie er sich verblüfft ihre Reize aneignet . . . Es sind scharfsinnige Gedanken jenseits ausgetretener Denkpfade. Der Sarkasmus ist das Letzte, was den Menschen verlässt, scheint er zu meinen. Sein Tonfall ist konsequent intelligent, denn es ist ihm egal, ob der Leser mitkommt, wenn er seinen untrüglichen Sinn für unwahrscheinliche Zufälle und einen feinsinnigen Humor, der so schelmisch wie gelehrt spitzfindig ausfallen kann, unter Beweise stellt: erst wenn er seinen Kopf verloren hat, kann er ihn wiederbekommen . . . Verblüffend gut, verhexend hinreißend, verführerisch wunderbar.“ bernur.blogg.se

„Aris Fioretos’ reiche Textsammlung Das Maß eines Fußes ist ein im positiven Sinne ausgesprochen eigensinniges Buch. Es hat mehr Türen als Wände und mehr Fenster als Türen. Das Buch wird zu einem literarischen Aussichtspunktauf das Leben, gleichzeitig gelingt es ihm jedoch auch, ein Seziersaal für Theorie und Wirklichkeit zu sein, in dem äußerste Präzision erforderlich ist. . . .An den schmerzenden Schnittstellen zwischen Privatem und Gelehrtem, in den Zwischenräumen zwischen Gelebtem und Gelesenem, wenn Fioretos all seine außergewöhnlich breitgefächerten literarischen Register zieht, schlagen seine Texte seelisch und intellektuell aufblitzende Funken. In diesen Momenten ist Fioretos bereichernd und unterhaltend, bildend und ansteckend in seiner unbändigen intellektuellen Neugier.“ – Crister Enander, Ystad Allehanda

Das Maß eines Fußes ist ein ausgesprochen lesenswertes, oft glänzendes Buch. Ich schätze nicht zuletzt die intellektuelle Beweglichkeit in Fioretos’ Perspektive, die Prägnanz seiner Beobachtungen.“ – Magnus Eriksson, Svenska Dagbladet

„Wie Fioretos selbst andeutet, sind die einzelnen Abteilungen alles andere als klar voneinander abgegrenzt, und gerade das gefällt mir wohl an seinem Buch: das Private wird kritisch beleuchtet und die Kritik persönlich. Auf Anhieb fällt mir jedenfalls kein anderer schwedischer Autor ein, der sich durch Buchdeckel und Haut hindurch ebenso begründet und gleichzeitig ungezwungen von persönlichen Erinnerungen zu literarischen Entdeckungen bewegt. . . . In seinen besten Momenten rührt er unterwegs an etwas Wesentliches: die Bewegung, die Erfahrung, den Schauer; das, was man weder deutend noch diskutierend erfassen kann, was möglicherweise jedoch der wirkliche Grund dafür ist, dass man überhaupt liest.“ – Anders Johansson, Expressen

„. . . gleichermaßen Erquickung und Zuspitzung. Die Vertiefung des Privatmanns in Kindheit und Jugend ist fast provozierend diskret, aber gerade kraft der Lakonismen und Auslassungen notorisch spannungsgeladen. Hohe Ansprüche, hohe Spannung. Und wenn gewisse Einwände trotz allem die Aphoristik begleiten mögen, so ist Fioretos in der Essayistik und den stärker fiktiv orientierten Hybridformen, was man in der Welt des Sports wohl Weltklasse nennen würde. . . . Die Überzeugung von der Größe – des Schriftstellers und des Lesers – stützt sich auf fünf Säulen: Scharfsinn, Selbstvertrauen, Belesenheit (hier rauscht außer der niemals ruhenden Wahlverwandtschaft Nabokov eine halbe Literaturgeschichte vorbei). Und, wahrscheinlich am wichtigsten, Hingabe und Mut.“ – Jan Karlsson, Kristiansbladet

„Aris Fioretos ist ein virtuoser Drechsler von Metaphern und Analogien. Mit graziösen Fingern dreht und wendet er das Wesen der Literatur, schleift und poliert er seine Reflexionen zu Schreibkunst, schöpferischer Arbeit und Sprache, bis Passform und Politur perfekt sind. . . . So ungeniert intellektuelle Autoren findet man auf schwedischem Boden nicht oft. Manchmal kann man sich bei der Begegnung mit seinen aufgestylten Formulierungen etwas unwohl fühlen, als erforderten sie, dass man aufrecht sitzt und seinen Sonntagsstaat trägt. Doch seine Texte bieten einem zweifellos einen Überfluss an überrumpelnden Blickwinkeln und enthalten zudem scharfzüngigen Humor.“ – Anna Lingebrandt, Helsingborgs Dagblad

„Ein ehrgeiziges Verwalten des eigenen Werks oder, wie der polnische Schriftsteller Witold Gombrowicz es ausdrückte, ein Administrieren des eigenen Genies, aber warum nicht? Das Buch ist eine ausgezeichnete Einführung in Aris Fioretos’ breites literarisches Werk und für treue Leser eine handliche Zusammenstellung disparater Texte, die bei näherer Betrachtung alle durch ein Netz von Referenzen und gedanklichen Figuren, die um Sprache, Sinn und Abwesenheit von Sinn kreisen, miteinander verbunden sind.“ – Kristina Lundblad, Göteborgs-Posten

„Aris Fioretos ist bestens gelaunt, und das steckt an. Dieses Buch ist etwas so unzeitgemäßes wie Literatur, die an die Literatur glaubt und sie liebt. Wir haben es hier zudem nicht mit einem schüchternen Verehrer zu tun, der ehrfurchtsvoll mit den Füßen im Staub scharrt, sondern mit einem ziemlich respektlosen Liebhaber. Die Sorte ist ja in der Regel am Besten.“ – Karin Nykvist, Sydsvenska Dagbladet

„Seine philosophischen Grenzüberschreitungen und gelehrten Assoziationsketten sind oft so halsbrecherisch, dass man von Schwindel erfasst zum Anfang des Satzes zurückkehren muss, um sich anschließend vorsichtig, ganz vorsichtig – auf einer Hängebrücke aus heimtückisch verknüpften Metaphern – wieder bis zum Endpunkt zu bewegen. Dort angekommen kann man mit umso größeremVergnügen die Aussicht auf den gedanklichen Abgrund genießen, den man soeben glücklich überbrückt hat. Aris Fioretos geht seinen eigenen Weg, spürt seine eigenen Spuren allerorten in der Weltliteratur auf, nicht zuletzt in ihren schattigen Grauzonen.“ – Nils Schwartz, Dagens Nyheter

„Mit einer österreichischen Mutter und einem griechischen Vater bekam das Fremdsein früh einen natürlichen Platz in Aris Fioretos’ Selbstbild, in dem man darüber hinaus den Unwille erkennen kann, sich den Launen und Strömungen der Zeit zu unterwerfen. Diese Haltung findet man auch in seiner Arbeit als Kritiker und seinen literarischen Urteilen, die zugleich maßgeblich und eigensinnig sind – und zwar im besten Sinne des Wortes.“ – Peter Viktorsson, Borås Tidning