
An einem Dezembertag im Jahr 1925 beschließt Vera Grund,
den Zug von Berlin in Richtung Norden zu nehmen. Ihr Reisegepäck:
ein Koffer mit etwas Kleidung, ein Stadtplan von Stockholm und
ein paar Adressen. Vera ist auf Entdeckungsreise in ihre Vergangenheit.
Eine Tochter will ihren Vater aufsuchen, den unbekannten Mann,
über den ihre verstorbene Mutter nie ein böses Wort
verloren hat. Drei Tage wird sie in der schwedischen Hauptstadt
bleiben. In einem alten Privatpalais blättert zur gleichen
Zeit Professor Schaumberg in seinen Akten. Er ist ein in Verruf
geratener „Seelenbiologe“, ein fanatischer Wissenschaftler,
der eine endgültige Antwort auf die Frage finden will, wo
die menschliche Seele ihren Ort hat. Früher war Schaumberg
ein gefeiertes Mitglied der Akademien seines Landes und Gründer
des mythenumwobenen „Clubs der Gehirne“. Die Schicksale
von Vera Grund und Professor Schaumberg sind enger miteinander
verwoben, als beide wissen können.
Aris Fioretos’
erster Roman „Die Seelensucherin“ beruht auf historischen
Ereignissen und erzählt von einem Wissenschaftsdenken, das
nur wenig später in der nationalsozialistischen Rassenbiologie
zu grausamer Wirklichkeit wurde.
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